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Chronik Züttlingen - Kurzübersicht zur Geschichte
von Jürgen Leikowski


Züttlingen
Züttlingen wird bereits im 8. Jahrhundert urkundlich im Codex Eberhardi erwähnt. Die Eintragungen erfolgten unter dem ersten Abt des Klosters Fulda. Genaue Daten sind dort nicht verzeichnet, aber Abt Sturmi verstarb 779. Züttlingen, alt „Zutilingen“, wird schon in der Zeit der fränkischen Könige Pipin und Karl aus Anlass von Schenkungen an das Kloster Fulda genannt. Es war Reichslehen, geliehen an den Bischof von Würzburg (vielleicht auch schon vorher an die Herren von Dürn) und zum Teil an eine Adelsfamilie, die sich von Zutilingen nannte und wohl eines Stammes mit denen von Ernstein war, teils geliehen an die Herren von Domeneck. Durch Heirat kam der Züttlingen-Ernsteinische Teil an die von Helmstadt, von diesen an die Rüd von Bödigheim, weiter an die von Neideck, von Berlichingen, Echter von Mespelbrunn, von letzteren 1628 durch Tausch an Hans Kaspar von Herda. 1676 durch Heirat einer von dessen Enkeltöchtern an die Herren von Ellrichshausen. Begüterte waren außer den genannten zeitweilig: von Hohenlohe, von Stetten, Stumpff von Schweinberg, die Klöster Seligental und Schöntal sowie das Stift Möckmühl. 1806 kam Züttlingen an Württemberg zum Oberamt Möckmühl. Nach Auflösung des Oberamts Möckmühl im Jahre 1808 kam Züttlingen zum Oberamt Schöntal. Durch Neueinteilung der Bezirke, kam Züttlingen 1810 zum Oberamt Neckarsulm, wo es bis zur Auflösung der Oberämter 1938 verblieb.
Durch das Gesetz vom 18. Juni 1849 wurden die Teilgemeinden Assumstadt, Maisenhälden mit Habicht und Domeneck mit dem Seehof nach Züttlingen vollständig eingemeindet. Die Markungsgrenzen von Assumstadt, Domeneck und Maisenhälden wurden durch Beschluss des Gemeinderats am 15.12.1961 aufgelöst.
Züttlingen wurde durch die Gemeindereform zum 01.01.1975 in die Stadt Möckmühl eingegliedert.
Der Wohlstand der Gemeinde wuchs mit dem Bau der Zuckerfabrik im Jahre 1837 durch die Badische Gesellschaft für Zuckerfabrikation. Die Zuckerfabrik gab dem Dorf eine eigene besondere Struktur als Industriegemeinde. Die letzte Rübenkampagne wurde 1970/71 durchgeführt und die Fabrik zum 30. Juni geschlossen. Ein Teil der Gebäude wurde 1973 abgerissen, die Heizungstürme am 06. Juni 1973 gesprengt.

Assumstadt
Die erste urkundliche Erwähnung von Assumstadt dürfte das Jahr 1319 sein. Der kleine Marquart von Möckmühl und seine Ehefrau, Adelheid von Huchelheim (Heuchlingen), tauschen mit Gunst Gernots des Alten von Stetten, von Kloster Gnadental einen Hof zu Kreßbach, ein Gut zu Züttlingen, das des genannten Gernot war, und ein Gut zu Asmanstat (Assumstadt) gegen eine Mühle in Steinsfeld ein.
Assumstadt teilte im Allgemeinen das Schicksal von Züttlingen und Domeneck. Neben den Edelleuten hatten dort noch Besitz: Pfalz, Hohenlohe, vom Holz, Kloster Schöntal und die St. Katharina-Pfründe zu Möckmühl. Um 1630 verlegte Hans Kaspar von Herda seinen Sitz von Domeneck in das von ihm 1624 erbaute Schloss Assumstadt. Das heutige Schlossgebäude wurde im Jahre 1769 von Carl Reinhard von Ellrichshausen erbaut. 1939 erwarb Hubert Graf Waldburg-Wolfegg das Schloss. Es ist heute im Besitz der Nachfahren.

Domeneck
Vielleicht von dem schon 845 mit Züttlingen erwähnten, auf Möckmühler Markung gelegenen Thuna, welches Kloster Fulda an das Reich vertauschte. nannten sich Lehensleute Würzburgs und der Herren von Weinsberg, die Tummine(Dumine), welche urkundlich seit dem Ende des 14. Jahrhunderts mit der Benennung von Tumineck (Domeneck), von 1270 bis 1445, vorkommen und auch Assumstadt und halb Züttlingen besaßen.
Nach dem Aussterben der weltlichen Mitglieder der Familie, als nur noch der Domherr, der damalige Bischof von Worms, Friedrich von Domeneck (1427–1445), am Leben war, kam um 1420 die Herrschaft an einen Bruder der Witwe des letzten Besitzers, Berenger von Berlichingen, welcher Domeneck bereits 1424 an die Stumpff von Schweinberg und die von Adelsheim verkaufte. Die ursprüngliche Burg wurde 1525 während des Bauerkrieges niedergebrannt.
Mit der Herrschaft Weinsberg pfälzisch, dann württembergisch geworden, wurde Domeneck 1534 denen von Hardheim verliehen, nach deren Aussterben 1607 der Würzburgische Teil an die Echter von Mespelbrunn, der Weinsberger Teil an Hans Kaspar von Herda. 1650 kommt Domeneck an dessen Schwiegersohn Johann Jakob Kolb von Rheinsdorf. 1676 kam Domeneck durch Heirat an Johann Christoph von Ellrichshausen, dessen Witwe es 1692 an die Leutrum-Ertingen von der badischen Linie verkaufte. Diese veräußerten 1740 Domeneck an den Freiherrn von Raßler. 1789 kauften der Kanton-Kraichgausche Konsulent Uhl und die Apotheker Sicherer und Feierabend, alle aus Heilbronn, Domeneck von den Kindern des Freiherrn von Raßler. 1830 erwarb es Freiherr Franz Karl von Troyff, Major und Kommandant der Königlichen Leibgarde zu Pferd. Gestorben ist er 1866 als Generalmajor a.D., nach dem ihm sein um das Armenwesen in der Gegend verdienter einziger Sohn Max im 35. Lebensjahr schon 1860 im Tode vorausgegangen war. Die Ehefrau Freifrau Clementine von Troyff, geb. von Eberstein, starb 1886, dadurch fiel das Rittergut Domeneck an den Neffen Arthur von Aidtmann. Dieser verkaufte das Rittergut 1889 an den Königlich Württembergischen Kammerherr Freiherr Robert von Simolin-Bathory. 1895 Kauf des Rittergutes Domeneck durch die geschiedene Ehefrau Freifrau Henriette von Simolin-Bathory, geb. Knosp, und des Sohnes Rudolf Freiherr von Simolin-Bathory, für 250.000 Mark, je zur Hälfte. 1939 vermachte Rudolf Freiherr von Simolin-Bathory seiner unehelichen Tochter Rudolfine von Simolin-Bathory Domeneck. Diese heiratete den ostpreussischen Rittmeister Le Tanneux von Saint Paul. 1976 verkaufte sie das Rittergut an die Familien Ernst und Karl Wöllner.

Seehof
Der Seehof, der bis heute zu Domeneck gehört, wurde 1560 erbaut.

Ernstein
Der Weiler hieß früher Ziegelhütte oder Ziegelhüttenhof und hat die jetzige Bezeichnung erhalten nach der verfallenen Burg Ernstein, von der heute nur noch einige Gräben und ein Turmstumpf zu sehen sind. Das Hofgut Ernstein wurde durch Rodungen in den Jahren 1850 bis 1853 bedeutend erweitert und gehörte den Freiherren von Ellrichshausen. 1937 veräußerte die Württembergische Landsiedlung die Hofstellen an sieben Neubauern, in deren Besitz sie heute noch sind.

Burg Ernstein
Ernstein, alt „Erenstein“, einst urkundlich von der Mitte des 13. Jahrhunderts bis ins erste Viertel des 15. Jahrhunderts im Besitz einer danach benannten, den Herren von Dürn, später denen von Weinsberg, lehenspflichtigen Adelsfamilie, welche, wohl eines Stammes mit den Edlen von Züttlingen, Mitherrin dieses Ortes und weiterhin zu Schlierstadt und Schefflenz, Helmbund und anderen Orten begütert war. Auch die Neideck hatten Teil an der Burg und Zubehör, die wahrscheinlich eine Ganerbschaft bildeten. Die Töchter des letzten Ernstein brachten die Burg an Wilhelm und Raban von Helmstadt, von welchem sie durch Heirat einer Tochter Raban’s an die Rüd von Bödigheim kam. Die bisher letzte bekannte urkundliche Erwähnung der Burg Ernstein stammt vom 9. Juni 1533 als der Würzburger Bischof Konrad, Franz Rud von Bödigheim mit Schloss Ernstein und Zubehör belehnt.

Maisenhälden
Maisenhälden wurde um 1400 urkundlich erwähnt, als der Bischof von Würzburg die Brüder Wilhelm und Raban von Helmstadt, sie mit Burg Ernstein, Züttlingen und Maisenhälden belehnt. Das Hofgut Maisenhälden bildete eine besondere Teilgemeinde mit einem den Herren von Ellrichshausen gehörigen Rittergut. Freiherr Friedrich von Ellrichshausen, der das Gut 1818 in Selbstverwaltung übernahm, erbaute mehrere Wirtschaftsgebäude. Durch Rodungen wurde das Gut in den 1850er Jahren vergrößert.
Maisenhälden ging als Würzburgisches Lehen durch die selben Hände wie Züttlingen und war von 1676 bis 1965 im Besitz der Familie von Ellrichshausen. Deren Nachkomme, Ludwig Freiherr von Ellrichshausen (1789 – 1832), welcher Direktor der Land- und Forstwirtschaftlichen Lehranstalt in Hohenheim war. Da Hans Freiherr von Ellrichshausen (1898 – 1965) keine Nachkommen hatte, gründete er am 18. Januar 1964 die Hans Frh. v. Ellrichshausen’sche Stiftung mit Sitz in Maisenhälden. Von dem Ertrag der Stiftung bekommt die evangelische Kirchengemeinde Züttlingen 20 Prozent mit der Auflage, die Ellrischshausensche Grabstätte zu pflegen und instand zu halten. Die restlichen 80 Prozent gehen an die Universität Hohenheim mit der Auflage, Forschungen auf dem Gebiet der Landwirtschaft zu betreiben.

Habicht
Habicht, ein nicht mehr bestehender Hof nordöstlich von Züttlingen, an der Grenze des Hardthäuser Waldes, war einst ein viel besuchtes Wirtshaus, das Johann Friedrich von Ellrichshausen (1680 – 1723) unweit des Wildzaungatters im Hardthäuser Wald erbaute.

Habichtshöfe
Die Habichtshöfe wurden 1955 von der Württembergischen Landsiedlung erbaut. Am 04. Juli 1960 beschloss der Gemeinderat die Siedlungsstelle „Habichtshöfe“ zu benennen.

Plankenhof
Der Plankenhof wurde in den Jahren 1954/55 von der Familie Ernst Werblow erbaut und ist heute noch im Besitz der Nachfahren.

Züttlinger Wappen

In Gold ein stehender schwarzer Hund mit goldenem Halsband und schwarzem Ring. Züttlingen das vorher kein eigenes Wappen führte, hat dieses Wappen im Jahr 1927 auf Vorschlag der Archivdirektion angenommen. Der Hund ist das Wappentier der Herren von Domeneck, die von 1270 bis 1420 auf dem zur Gemarkung Züttlingen gehörenden Schloss Domeneck saßen. Die Farben wurden frei gewählt.

Hinweise auf archäologische Funde
Im Januar 1948 wurde von Max Graf Waldburg im Schlamm des Jagsthochwassers eine keltische Silbermünze aufgefunden.
Von Neuenstadt führte eine Römerstraße nördlich durch den Hardthäuser Wald, östlich an Ernstein vorbei nach Züttlingen. Überquerte die Jagst und ging westlich von Domeneck in Richtung Neuhof und von dort in nördlicher Richtung weiter. An der Römerstraße fand man eine römische Niederlassung gegenüber von Domeneck auf den Pfaffenäckern. Gefunden wurden Grundmauern, Stücke von Ziegeln, Heizungsröhren, Gefäße und der obere Teil einer Amphore.
Auf den Äckern zwischen Züttlingen und Maisenhälden wurde ein 3 Zoll langer, 1 ½ Zoll breiter und 7 Zoll dicker Streitmeißel oder Donnerkeil mit sehr scharfer Schneide aus Kieselschiefer ausgegraben.



Zuletzt aktualisiert am Montag, den 18. September 2017 um 15:33 Uhr
 
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